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Thema Familienstellen

Familienstellen-Seminare

 

 

  Aufstellungsseminare
  Mitwirkende an einer Aufstellung
  Ablauf einer Aufstellung mit Personen
  Wer kann eine Aufstellung haben?
  Wer kann eine Aufstellung leiten?
  Seminarteilnahme ohne eigene Aufstellung?
   
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Aufstellungsseminare

Die meisten Aufstellungsseminare dauern ein bis vier Tage. Vereinzelt gibt es auch Seminare am Abend. Man trifft sich in einer Gruppe ab acht bis zehn Personen in einem geeigneten Raum an einem ruhigen Ort.

An einem typischen Aufstellungstag finden vier bis sieben Aufstellungen statt. Es gibt aber auch Therapeuten, welche noch viel mehr Aufstellungen an einem Tag machen.

Der Seminarverlauf ist abhängig von

  • der zur Verfügung stehenden Zeit (Zeiten, Anzahl Pausen, Essenzeiten, etc.
  • von der Aufstellungsphilosophie des Seminarleiters (nur einen Anstoss geben damit eine Lösungsdynamik entsteht oder erarbeiten eines Lösungsbildes. Integration von anderen Therapiemethoden in die Aufstellungsarbeit)
  • von der Dauer einer einzelnen Aufstellung (15 Minuten bis über eine Stunde)
  • einem allfälligen Rahmenprogramm mit Gruppendiskussion, Selbsterfahrungsübungen, etc.

 

Ein viel gestellte Frage ist, ob ein kurzes oder längeres Seminar "besser" ist. Hier ein paar Fragen, die eine interessierte Person im Vorfeld klären und auf Übereinstimmung mit seinen Bedürfnissen, Wünschen, Möglichkeiten und Vorlieben überprüfen sollte.

Was ist mein persönliches Ziel?
- Kennenlernen des Familienstellens?
- Intensive Auseinandersetzung mit meinen Themen?
- Anstösse erhalten durch Lösungen, welche in Aufstellungen von anderen 
  bearbeitet und gefunden werden?
 

Welchen Stellenwert hat für mich die Austauschmöglichkeit mit anderen Teilnehmern?
 

Wieviel Zeit kann und will ich für ein Familienstellen-Seminar aufwenden?
 

Wie hoch sind die Kosten für die Teilnahme am Seminar?
 

Welche zusätzlichen Auslagen für Hotel, Anreise und Verpflegung muss ich mit berücksichtigen?
 

Beitrag von André & Anke Hintermann www.2hintermann.ch

 

Mitwirkende in einer Aufstellung

Der Klient/Die Klientin

Diese Person hat ein Anliegen, welcher sie mittels einer Familienaufstellung betrachten und lösen möchte. Im nachstehend beschrieben Fall entscheidet sich der Klient für die bekannteste Form einer Systemischen Aufstellung: Eine Aufstellung in einer Gruppe im Rahmen eines Seminars (andere Formen sind an anderer Stelle beschrieben)
 

Der/Die Aufstellungsleiter/in

Hat eine fundierte systemtherapeutische Ausbildung und leitet die Aufstellung, beobachtet und beurteilt die sich jeweils ergebenden Situationen und findet – wenn es möglich ist – ein gutes Lösungsbild.
 

Die Stellvertreter/Innen (oft auch Beobachter/Innen genannt)

Diese sind wichtige Teilnehmer eines Aufstellungsseminars und stellen sich gegenseitig für die vom Klienten gewählten „Rollen“ zur Verfügung. Gerade für jemand, welche das Familienstellen kennenlernen möchte, ist die Teilnahme als Stellvertreter/In eine gute Gelegenheit.

 

Beitrag von André Hintermann www.2hintermann.ch

 

Ablauf einer Aufstellung mit Personen

(beispielhaft)

Der Klient schildert dem Aufstellungsleiter sein Anliegen. Der Leiter der Aufstellung wird mit grosser Wahrscheinlichkeit nach dramatischen Ereignissen in der Herkunftsfamilie fragen. Möglicherweise hat sich die Person zu Hause schon vorbereitet, sich mit seiner Familiengeschichte auseinandergesetzt und in einem sogenannten Genogramm festgehalten. Dies ist jedoch überhaupt nicht zwingend.

Hat der Aufstellungsleiter genügend Informationen und ein Gefühl für sich abzeichnende Schwerpunkte erhalten, bittet dieser den Klienten, Stellvertreter für die involvierten Personen oder für das Thema aus den anwesenden Gruppenmitgliedern auszuwählen. Ebenso wählt die Person jemanden für sich selbst aus - wird also auch zum Beobachter der Dynamiken seines Systems.

Der Klient führt dann die Stellvertreter an einen Platz im Raum und stellt diese in Beziehung zu einander auf (daher der Name „Familienstellen“), dabei lässt er sich allein von seinem Gefühl leiten. Dann setzt er sich wieder und beobachtet die Reaktionen und Aussagen der Stellvertreter.

 Der Aufstellungsleiter befragt die Stellvertreter, verändert möglicherweise deren Position, überprüft Aussagen und nimmt eventuell noch weitere Stellvertreter mit ins Bild.

Ausgehend von dem, was sich zeigt wird er – wenn es möglich ist – auf eine gute Lösung hinzuarbeiten. Oftmals zeigt sich die gute Lösung von einer ganz anderen Seite, manchmal ist der Weg dorthin auch schwierig und belastend.

Am Schluss werden die involvierten Stellvertreter aus ihren Rollen "entlassen"

 

Beitrag von André Hintermann www.2hintermann.ch

 

Wer kann eine Aufstellung haben?

In der Regel verlangen die Therapeuten von den Klienten, dass sie volljährig und in der Lage sind, die Verantwortung für sich selbst zu tragen. Eine normale psychische Belastbarkeit wird vorausgesetzt. Wenn Sie Medikamente nehmen, in ärztlicher oder psychiatrischer Behandlung sind, sollten Sie dies schon bei der Anmeldung unbedingt mit dem Seminarleiter besprechen.

Grundsätzlich kann jede Person eine Aufstellung haben, wenn sie damit ein eigenes Thema betrachten möchte, von dem die Person selbst betroffen ist. Zum Beispiel: Häufiges Scheitern meiner Beziehungen, mein Burnout, etc.

Für jemand anderen eine Aufstellung machen wollen ohne dass man selbst direkt betroffen ist, wird von einem seriösen Therapeuten klar abgelehnt. Beispiel: Meine ältere Schwester hat ein so schwaches Selbstbewusstsein. Mein Vater ist so hilflos in dieser Situation.

Selbstverständlich können jedoch Eltern für ihre Kinder eine Aufstellung machen.

 

Wer kann eine Aufstellung leiten

Therapeuten, die über eine fundierte Ausbildung verfügen und verantwortungsvoll mit dem Klienten umgehen. Dabei ist es meines Erachtens essenziell, dass der Therapeut selbst an seinen eigenen „Themen“ aktiv gearbeitet hat (und es laufend tut).

Familienstellen hat insbesondere mit einer entsprechenden Haltung des Therapeuten zu tun:

Eine Haltung geprägt von Respekt und Achtung gegenüber dem Klienten als Menschen und Teil seines Familiensystems, unabhängig davon, was dieser getan hat oder was in seinem System vorgefallen ist; also frei von Verurteilung, Pauschalisierung und Wertung.

Es gibt keine Patentrezepte, jeder Fall ist so individuell wie die Person und dessen System. Jede Situation ist neu.

Respekt vor dem, was sich in der Aufstellung zeigt: Der Therapeut ist nur das „Instrument“ im Dienste dessen, was möglich ist.

Frei sein davon, den Seminarteilnehmern "etwas bieten" zu wollen, d.h. unbedingt ein Resultat vorzulegen. Das heisst, seine eigenen Grenzen zu kennen und zu respektieren und auch die Entscheidung fällen können, eine Aufstellung abzubrechen.

Nicht helfen wollen, sondern dem Teilnehmer ein Lösungsbild aufzeigen und Impulse geben, damit dieser eigenverantwortlich bleibt - sonst droht nur eine Abhängigkeit zum Therapeuten und das ist für niemanden gut, ausser für seine Kasse.

Liebevoller Umgang mit den Klienten. Liebevoll meint nicht nur, nett und zuvorkommend zu sein, sondern schliesst auch mit ein, auch unangenehme und möglicherweise tabuisierte Themen klar auszusprechen – im Sinne der Lösung. Dazu passt ein Sprichwort: "Einem Freund die Wahrheit zu sagen ist schmerzlich, ihn zu belügen tödlich"

Nachbetreuung: Für den Klienten da sein, wenn es ihm im Nachgang zur Aufstellung schlecht gehen sollte. Auf Wunsch Hilfestellung in separaten Coaching-Sitzungen bieten, zB. für die Umsetzungsbegleitung im Alltag.

 

Es gibt in der Branche der Familienaufsteller einige Therapeuten und Seminarleiter, welche ein paar Bücher von Bert Hellinger (oder anderen bekannten Exponenten) gelesen und an ein paar Seminaren teilgenommen haben. Diese haben möglicherweise die "Mechanik" des Familienstellens mitbekommen, aber noch nicht die wirkliche Essenz.

Erkundigen Sie sich deshalb vor einer Anmeldung nach der Ausbildung des Seminarleiters und seiner Motivation. Rufen Sie ihn/sie an und lassen Sie Ihr eigenes Bauchgefühl zu Worte kommen: Passt diese Person zu mir? Fühle ich mich angesprochen und aufgehoben? Besuchen Sie ein Seminar als Stellvertreter/In, machen Sie sich ein eigenes Bild und hören Sie unbedingt auch auf Ihren "Bauch"



Beitrag von André & Anke Hintermann www.2hintermann.ch

 

Seminarteilnahme ohne eigene Aufstellung

Wer die Aufstellungsarbeit noch nicht kennt, hat so die Möglichkeit Einblicke zu bekommen, um was es mit dieser Arbeit geht, zu sehen, wie eine Aufstellung durchgeführt wird. Der Nutzen einer Teilnahme ohne Aufstellung ist sehr vielschichtig, da man auf verschiedenen Ebenen profitieren kann. Durch die Beobachtung der Aufstellungen versteht man immer mehr die Abläufe und bekommt Einblicke in die systemischen Dynamiken und Ordnungen. Dadurch, dass man auch als Stellvertreter in Aufstellungen gewählt wird, kann man besser nachvollziehen, was hier geschieht und lernt dabei auch, zwischen eigenen Meinungen und den Wahrnehmungen als Stellvertreter zu unterscheiden.

Diese Fähigkeit wird uns auch im privaten- und beruflichen Alltag äusserst nützlich sein. So üben wir auch, eine Verbindung herzustellen zwischen Verstand und Gefühl, zwischen analytischem Denken und intuitivem Verstehen. Um jemanden zu „Verstehen“, muss ich bereit sein, mein „Stehen“ zu „Ver-stehen“ d.h. Ver-lassen und mal dort zu stehen, wo der Andere steht, die Sache so zu betrachten, wie der Andere es sieht, mit seinem Hintergrund, seiner Herkunft, seinen Lebenserfahrungen. Ein solches Verstehen führt zum „Verständnis“. Wir können das nirgendwo besser üben, als wenn wir als Stellvertreter in einer Aufstellung stehen. Je mehr uns das gelingt, umso „aufgestellter“ fühlen wir uns im Alltag, weil diese Verbindung zwischen Verstand und Gefühl uns ganzer uns sicherer macht. Die Beziehungsfähigkeit steigert sich so enorm. Dadurch, dass der Andere spürt, dass wir ihn verstehen, fühlt er sich akzeptiert und verstanden, was ihn auch uns gegenüber offener und zugänglicher macht. So lernen wir systemisch wahrzunehmen, zu denken und zu handeln. Dies ist auch der Grund, warum viele immer mal wieder in ein Seminar kommen – Wellness für Seele.

Durch das Beobachten und Teilnehmen an vielen Aufstellungen, kommen wir mit vielen verschiedenen Problemen und deren Lösungen in Kontakt und erfahren so die damit zusammenhängenden Ordnungen. So erkennen wir auch im Alltag immer mehr die Verletzungen von Ordnungen und Grundprinzipien und lernen so, nicht mehr in solche systemische Fallen zu treten. Dies schafft Ordnung in unserem Leben.

Allein durch das Beobachten von Aufstellungen und das Teilnehmen als Stellvertreter, können sich viele eigene Probleme lösen, da die Einsicht in grössere Zusammenhänge uns das Problem anders sehen lässt. Plötzlich sehen wir Lösungen, wo vorher nur Wiederstand und grosse Mauer war. So suchen wir nicht mehr nach Schuldigen, sondern nach den Wechselwirkungen im System. Dieser erweiterte Blick in das grössere System lässt uns die Zusammenhänge erkennen, in denen sich oft die guten Lösungen zeigen.

Dazu kommt noch, dass so auch die Möglichkeit gegeben ist, die Seminarleitung kennen zu lernen und zu spüren, ob die „Chemie“ stimmt. Nur um Fragen zu stellen genügt es auch in der Praxis einen Termin zu vereinbaren. Manchmal ist eine Vorbesprechung des Anliegens in der Praxis sinnvoll. Im Zweifelsfalle melden Sie sich.

Beitrag von Rolf Müller & Gabrielle Biétry  www.i-g-t.com

 

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