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Thema Familienstellen

Beziehungen

 

 

  Die Kraft der Elemente in den Beziehungen, Teil 1: "Das Element Wasser"
  Die Kraft der Elemente in den Beziehungen, Teil 2: "Das Element Feuer"
  Die Kraft der Elemente in den Beziehungen, Teil 3: "Das Element Luft"
  Beziehung zur Mutter: Unterbrochene Hinbewegung
   
   
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Die Kraft der Elemente in den Beziehungen, Teil 1:
Das Element Wasser

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Der Römische Brunnen:

Auf steigt der Strahl und fallend giesst
er voll der Marmorschale Rund,
die, sich verschleiernd, überfliesst
in einer zweiten Schale Grund
die zweite gibt, sie wird zu reich
der dritten wallend ihre Flut
und jede nimmt und gibt zugleich
und strömt und ruht.
 
Conrad Ferdinand Meyer (- 1882)


 So lange das Wasser fliesst und in Bewegung ist, ist es in Ordnung. Bert Hellinger sagt:
 „Ordnung ist ein Fluss, der fliesst“

Ist unsere Beziehung in Bewegung? Fliesst die Liebe? Oder ist hier Stillstand, sodass die Liebe versickert und versumpft, wie das Wasser, das nicht mehr fliesst.

Im Grossen gesehen, fliesst das Wasser, sich jeder Unebenheit anpassend, dem Meer entgegen, dem tiefstgelegenen Ort. Schauen wir uns an diesem Beispiel das Zusammenwirken der Elemente, der Ordnungen, an:

Die Erde gibt dem Wasser den Boden, die Ufer, setzt Grenzen und gibt den notwendigen Halt.

Das Feuer, die Wärme der Sonne, lässt nun das Wasser verdunsten, es wird unsichtbar und steigt auf.

Die Luft verbindet und trägt es nach oben.

Dies ist eine Reinigung des Wassers – was im Menschen eine Reinigung der Gefühle und Emotionen ist - und durch die Luft findet ein Austausch statt, denn das durch Feuer gereinigte Wasser kommt wieder nach unten, als Regentropfen, Tau, Schneeflocke. Hier findet also auch ein Ausgleich statt zwischen dem Sichtbaren (Unten) und dem Unsichtbaren (Oben).
 
Goethe sagt:

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser,
vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es
und wieder nieder muss es,
ewig wandelnd

Daraus könnten wir lernen, dass das sichtbare Problem im Ausgleich mit etwas ist, was nicht sichtbar ist. Dieses jetzt Unsichtbare ist aber mein Hintergrund, ist die Tiefe meines Innern, ist meine Herkunftsfamilie und meine Sippe, ist all das, woher ich komme.

Ein Beispiel: Du hast dich entschlossen ins Kino zu gehen und da sitzt Du nun. Dass Du jetzt im Kino bist ist sichtbar. Die Idee ins Kino zu gehen ist aber nicht sichtbar, kein Chirurg findet sie, ist aber die Voraussetzung, dass Du jetzt sichtbar im Kino bist. So gehören das Unsichtbare und das Sichtbare immer zusammen. Erst beide zusammen machen ein Ganzes.

In der Beziehung sollten wir das sichtbare Problem, zum Beispiel ein bestimmtes Verhalten oder Unordnung in den Gefühlen sowie auch körperliche und seelische Krankheiten, immer auch im Zusammenhang mit dem unsichtbaren Hintergrund sehen. Diese erweitere Anschauung ermöglicht dann eine Lösung. Die verborgenen (unsichtbaren) Werte hinter äusserlich scheinbar unvereinbaren Standpunkten sind auf höherer Ebene vereinbar.

Die Reinigung der Gefühle, wie es das Element Wasser uns zeigt, benötigt dazu das Aufsteigen ins Unsichtbare. Das heisst für uns, das miteinbeziehen der unsichtbar in uns vorhandenen Vergangenheit, alle unsere vergangenen Beziehungen und Unordnungen in Ordnung zu bringen.
 
Wie wichtig die unsichtbar in uns vorhandene Herkunft ist, sagt LaoTse  mit folgenden Worten:

Dreissig Speichen treffen die Nabe,
die Leere dazwischen macht das Rad.
Lehm formt der Töpfer zu Gefässen,
die Leere darinnen macht das Gefäss.
Fenster und Türen bricht man in Mauern,
die Leere damitten macht die Behausung.
Das Sichtbare bildet die Form eines Werkes,
Das Nichtsichtbare macht seinen Wert aus.

Das Wasser passt sich jeder Bodenunebenheit an, es ist Anpassungsfähig. Wie Anpassungsfähig sind wir? Im Leben stehend meint das nicht ein Anpasser zu sein, sondern die Fähigkeit zu haben, etwas zu akzeptieren, etwas zu anerkennen und anzunehmen, was nicht zu verändern ist.

Ein See hat einen Zufluss und einen Abfluss. Dadurch bleibt er in Bewegung, im Fluss. Was ihm zufliesst nimmt der See, so wie es ist, und macht das Beste daraus.

Sind wir im Leben einverstanden mit dem, was uns zufliesst? Mit dem was wir bekommen haben und machen wir das Beste daraus?

Wenn das Wasser, das in den See fliesst, verschmutzt ist, können wir ein Leben lang den See reinigen, er wird so lange verschmutzt bleiben, bis der Zufluss gereinigtes Wasser bringt.
Diese Verschmutzung (Unordnung) zeigt sich dann im Leben in Problemen in den Beziehungen, Krankheiten, Süchten usw., und macht so auf eine Unordnung in der Herkunft (Zufluss) aufmerksam.

Hier ist Familienstellen ein wunderbares Instrument, Unordnungen aufzudecken und diese in Ordnung zu bringen, den Zufluss zu reinigen.
 
Wenn unser See der Gefühle verschmutzt ist, sollten wir also den Zufluss reinigen. Das heisst: Ordnung machen mit meinem Hintergrund (Vergangenheit), aus dem mir alles zufliesst.

Angenommen, ich hatte schon früher eine Ehe oder feste Beziehung, und wir sind im Streit und Verachtung auseinander gegangen. Es bleibt dann eine Unordnung zurück, welche in der neuen Beziehung nun (unsichtbar) dazwischen steht. Wir merken dann, dass es nicht gut geht und suchen dann oft die Schuld beim Partner oder in alltäglichen Dingen. Hier fliesst Unordnung in den See der Gefühle, was die Entwicklung der neuen Beziehung bremst.
Das fliessende Wasser zeigt uns auch die Ordnung, dass Vorrang hat, was Vorher war.
Angenommen, meine Ehefrau hat Kinder aus ihrer ersten Ehe. Diese Kinder waren vor mir in ihrem Leben und haben somit Vorrang. Wenn ich das, als ihr neuer Partner, nicht akzeptieren kann, verstosse ich gegen eine Ordnung und sorge damit für Unordnung in der Beziehung.

Ein Beispiel noch aus meinem Bekanntenkreis:
Eine Ehe wird geschieden. Im Haus zurück bleibt die Mutter mit ihrem Sohn. Die Mutter fühlt sich als Opfer eines bösen Mannes, der sie alleine mit dem Kind sitzen lassen hat. So gibt es sich, dass ihr Sohn zum Vertrauten und zum Tröster der Mutter wurde. Die Mutter lässt ihn an all ihren Stimmungen teilhaben, an ihren Sehnsüchten und an ihren Enttäuschungen. Vom Vater des Sohnes spricht sie nur von einem Versager. Ein solches Vertrauten-Verhältnis zwischen dem Kind und einem Elternteil bringt aber grosse Probleme und Unordnung mit sich.

Hier hat des Sohn auch unbewusst seinen Vater als Partner der Mutter vertreten. Dadurch konnte er nicht mehr Kind sein. Wer als Kind nicht Kind sein konnte, kann als Erwachsener nicht Erwachsen sein. Später dann, geht der Sohn aus dem Haus und zieht zu seiner Freundin. Das Vertrauten-Verhältnis zu seiner Mutter aber, lässt ihn nicht frei für seine Freundin. Immer wieder, fast täglich, musste er für seine Mutter schauen und blieb so als ihr Vertrauter an sie gebunden. Weil ihm das „Sohn-Sein“ fehlt, kann er jetzt nicht Mann sein. Weil er der Partner der Mutter ist, kann er nicht auch der Partner seiner Freundin sein. Und weil die Mutter in ihm einen Vertrauten und Partner hat, ist auch sie nicht frei für eine neue Beziehung.

Zwei Jahre später verlässt ihn seine Freundin - die Liebe sei gestorben, sagte sie - und er geht wieder zurück zur Mutter.

Kinder sind ihren Eltern treu. Es ist die kindliche Liebe zu den Eltern, die oft dazu führt, dass sie im Leben nicht glücklicher werden, als ihre Eltern. Jetzt ist er wieder alleine, wie seine Mutter. Verlassen, wie seine Mutter, und zusammen wird es erträglicher.

Wenn es ihm nicht gelingt, der Mutter gegenüber nur Kind zu sein, und die Verantwortung des Scheiterns der Elterlichen Ehe ganz bei den Eltern zu lassen, dann wird das in jeder neuen Partnerschaft dazwischen stehen. Dies verunmöglicht eine Beziehung auf Dauer. Auch hier wäre Familienstellen das idealste Instrument, mit der Vergangenheit in Ordnung zu kommen.
 
Der Abfluss des Sees darf nicht verstopft sein, sonst hat das neu Zufliessende keinen Platz.
Wenn in der Beziehung der Abfluss verstopft ist, dann wiederholt sich immer wieder das Gleiche. Routine hält Einzug. Die Liebe fliesst dann nicht mehr und es findet kein Austausch mehr statt. Alte Verletzungen und Enttäuschungen kommen dann immer wieder an die Oberfläche und verunmöglichen ein Glücklichsein.

Um ein guter Partner zu sein, und auch um Erfolg in Beruf und im Leben zu haben, muss ich bei mir selber immer wieder den Abfluss reinigen und offen halten und ich muss Ordnung machen mit meiner Herkunft (Familie), damit der Zufluss gereinigtes Wasser bringt.

Ein Seminar Familienstellen ist eine geeignete Möglichkeit, dies zu bewirken!

Altes darf einmal vorbei sein, damit Neues platz hat. Es ist gut, wenn ich im Fluss bleibe. Dazu ist es auch notwendig, dass ich meine Herkunfts-Familie verlasse. Nicht nur, dass ich weggehe und ein neues Zuhause gründe, sondern ich muss auch einige Regeln und Prinzipien, die in meiner Familie gelten, zurücklassen. Nur so ist es möglich, mit dem Partner zusammen neue, eigene Regeln und Prinzipien auszuhandeln, welche für unsere Paarbeziehung gelten und beiden gerecht werden.

Der Brunnen: Der alte Brunnen spendet leise
sein Wasser täglich gleicher Weise.
Ich möchte diesem Brunnen gleichen,
was in mir ist gleich weiterreichen.
Doch geben, geben alle Tage,
sag Brunnen, wird das nicht zur Plage?
Da sagt er mir als Jochgeselle,
ich bin ja Brunnen nur, nicht Quelle.
Mir fliesst es zu, ich gebe es weiter,
das macht mein Dasein froh und heiter.
 
So leb ich nach des Brunnen Weise,
schöpfe täglich Kraft zur Lebensreise.
Und will beglückt stets weitergeben,
was mir die Quelle schenkt im Leben.
 

Beitrag von Rolf Müller www.i-g-t.com

 

Die Kraft der Elemente in Beziehungen, Teil 2:
Das Zusammenwirken von Feuer und Wasser

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Das Zusammenwirken von Feuer und Wasser gibt uns tiefe Einblicke in die Ordnungen des Zusammenwirkens von Mann und Frau in Beziehungen.

Wenn wir Wasser ins Feuer tun, erlischt es. Wenn wir Feuer ins Wasser tun, verdunstet oder verdampft es. Das Eine kann das Andere zerstören. Obwohl sie sich gegenseitig zugrunde richten können, sind sie keine Erzfeinde, sondern engste Verbündete, und können zusammen Welten bewegen.

Betrachten wir das am Beispiel einer Dampfmaschine: Wasser im Kessel und Feuer darunter. Zwischen Feuer und Wasser ist nur die eiserne Wand des Kessels. Diese Wand trennt und verbindet gleichzeitig.

Das Trennen führt dazu, dass sie sich gegenseitig nicht zerstören: Feuer bleibt Feuer und Wasser bleibt Wasser.

Das Verbinden führt dazu, dass sie gegenseitig anregend aufeinander einwirken können: so können sie beide zusammen ein Drittes erzeugen und ein enormes Potential an Energien freisetzen. So ist die verbindende Scheidewand also etwas, das sowohl verbindet als auch trennt, zusammen erzeugen  sie eine Energie, die viele Tonnen in Bewegung setzten kann.

Ein anderes Beispiel: wir haben Hunger und möchten Spaghetti kochen. Was tun wir? Wir nehmen eine Pfanne und füllen sie mit Wasser. Dann stellen wir sie über das brennende Feuer oder auf die heisse Herdplatte. Auch hier ist Feuer und Wasser getrennt und gleichzeitig verbunden. Zusammen bewirken sie, dass die Spaghetti weich gekocht werden und ermöglichen mir so das Überleben.

Wenn nun in der Partnerschaft Mann und Frau sich zusammentun, so kommen Feuer und Wasser zusammen. Denn das Feuer entspricht dem männlichen Prinzip und das Wasser dem weiblichen Prinzip. Das beinhaltet sowohl ein grosses Potential an schöpferischer, aufbauender Kraft, als auch die stärkste zerstörende Energie.

Wenn nun der Mann glaubt, er sei besser als die Frau, und die Frau glaubt, sie sei besser als der Mann, was wird da aus der Paarbeziehung? Wenn jeder sich so verhält, als brauche er den andern nicht und sei er ihm überlegen? Zu viel Feuer (Sonne) macht Wüste und zu viel Wasser macht Überschwemmung. Die Grundlage für eine gute Paarbeziehung ist, dass beide anerkennen, dass sie verschieden sind und trotz der Verschiedenheit ebenbürtig und gleichwertig.

Wenn Mann und Frau die in der Tiefe wirkenden Ordnungen kennen und damit umzugehen wissen, dann können sie eine dauernd wachsende und in Liebe erfüllte Partnerschaft leben.

Wenn sie aber nicht wissen, wie damit umzugehen, können sie nicht nur die Partnerschaft zerstören, sondern auch sich selber oder gar das Leben.

So zeigen uns Feuer und Wasser eines der grossen Geheimnisse in der Partnerschaft: Zwischen Mann und Frau muss etwas sein, das sowohl trennt als auch verbindet.

Trennen: damit der Mann ein Mann und sich selber bleiben kann und die Frau eine Frau und sich selber bleiben kann.

Verbinden: damit sie zusammen anregend aufeinander einwirken, uns so eine schöpferische Energie erzeugen, aus der auch neues Leben entstehen kann.

Ohne das Trennende in der Partnerschaft, kann nicht jeder sich selber bleiben. So kommt es zur Verschmelzung, welche zerstörend wirkt. Die Verschmelzung ist der Anfang der Trennung! Ohne das Trennende kann sich nicht jeder weiter entwickeln, was auch zu einem Stillstand des Wachstums der Beziehung führt. So hält Routine Einzug, doch Routine zerstört die Liebe, das Feuer der Liebe erlischt.

Ohne das Verbindende in der Partnerschaft findet kein Austausch statt, und ohne Austausch hat die Partnerschaft keine Chance. Denn: alles Leben lebt vom Austausch, auch das Leben einer Beziehung. Wenn die Anregung durch den Gegenpol fehlt, kann auch das Leben nicht mehr weitergegeben werden. Da der Andere etwas hat was mir fehlt, und ich etwas habe was ihm fehlt, findet diese Anziehung statt, welche zur Verbindung führt und für das Leben notwendig ist.

Bei Bert Hellinger lese ich: »Ich möchte noch etwas über Versöhnung sagen. Was heisst das eigentlich? Versöhnung heisst, dass das, was sich entgegensteht oder sich entgegen zu stehen scheint, verbindet, und zwar ohne sich gegenseitig aufzuheben. Wenn jemand in seinem gewohnten Kreis ist, in seiner Kultur, in seiner Familie, in seiner Religion, in seiner Sprache und einer bestimmten Ordnung von Werten folgt, ist er in diesem Kreis sicher. Zugleich ist er auch eingeschränkt. Denn neben diesem Kreis gibt es einen anderen Kreis, eine andere Kultur, gibt es Menschen anderer Rasse, mit einer anderen Religion, mit anderen Wertvorstellungen, mit anderen Verpflichtungen und einem anderen Gewissen. Sie sind in einem anderen Kreis in sich auch geschlossen und sicher.

Doch beiden fehlt etwas von dem, was die andere Gruppe hat und was sie ihnen anzubieten vermag. Sie bleiben beschränkt, weil ihnen der Zugang zu vielem Neuen verschlossen ist. Wenn sich aber beide Gruppen für die andere öffnen und das, was zuerst vielleicht bedrohlich und anders erschien, als menschlich gültig und dem Eigenen gleichwertig anerkennen, können sie sich verbinden, ohne dass sie sich vermischen. Beides bleibt bestehen, und beides bereichert das andere. So gelingt Versöhnung

Doch was ist diese verbindende Scheidewand, die gleichzeitig trennt und verbindet?
Im menschlichen Körper - wie auch in der Natur - können wir antworten finden. Eine Scheidewand finden wir an vielen Orten im menschlichen Körper. Zum Beispiel die Zellwand einer Zelle. Sie scheidet das Innen (mit dem Zellkern) vom Aussen. Damit die Zelle leben kann, braucht sie einen Austausch mit der Umgebung. Oder die Scheidewand des Darmes: Sie trennt den Darmkanal vom Körper. Dadurch entsteht erst dieses Hohlorgan. Doch durch diese Scheidewand nimmt der Körper die Nahrung und Flüssigkeit auf, welche wir durch Essen und Trinken zu uns nehmen.

Die Haut des Menschen trennt sein innen vom aussen. Sie ist aber durchlässig, scheidet aus und nimmt auf. Ist sie nicht das Kontaktorgan? Wo bin ich „dickhäutig“ und wo „dünnhäutig?“ Ohne die Scheidewand der Haut ist aber das Leben nicht möglich.

Könnte es sein, dass die Seele die verbindende Scheidewand zwischen Körper und Geist ist, zwischen Vergangenheit und  Zukunft, zwischen Toten und Lebenden, mir und meinem Schatten, die beides sowohl trennt als auch verbindet? Wie fest oder durchlässig, wie weit oder eng ist sie?

Die Scheidewand ist also nicht ein „Eiserner Vorhang“, sondern ein durchlässiges, anpassungsfähiges, verbindendes und auch versöhnendes Gefäss. Sie trennt und verbindet zur gleichen Zeit. Sie ist sowohl durchlässige Form, als auch geformte Durchlässigkeit. Sie ist sowohl die Türe nach Aussen wie auch nach Innen, und die Türe ist sowohl offen als auch geschlossen. Sie ist sowohl frei als auch gebunden.

Wenn die Scheidewand zuwenig trennt, kann sich das in der Partnerschaft darin zeigen, dass ich dem Partner keine Geheimnisse zugestehe. Dass ich ihn kontrolliere, für jede Minute Rechenschaft verlange, ihm nachspioniere, seine Taschen und  Handy durchsuche. Dass ich nichts ohne ihn unternehme. Ich erwarte dann von ihm, dass er rund um die Uhr für mich da ist. Alles Neue an ihm verunsichert mich dann und so möchte ich lieber, dass er immer so bleibt wie er ist. Oder ich möchte ihn in meine Vorstellungen hinein umformen.

Ein solches Verhalten hat oft einen systemischen Zusammenhang: dass jemand in sich eine Unordnung von weit zurück mit trägt. Diese wirkt aber (unbewusst) in den Alltag hinein und ganz besonders in die Beziehungen. Ich erinnere mich an einen Mann, der unter starker Eifersucht litt. Er kam zu uns (das sind Gabrielle, meine Partnerin und ich) in ein Seminar Familienstellen, weil alle anderen Behandlungen nichts veränderten. In der Aufstellung zeigte sich dann, dass es um ein Verlust-Trauma ging. Er hatte im 6. Lebensjahr seine Mutter verloren. Die Angst wieder zu verlieren führte zu seiner Eifersucht und die Eifersucht führte dazu, dass er immer wieder verlor.
 
Khalil Gibran: Von der Ehe

Ihr wurdet zusammen geboren, und ihr werdet auf immer zusammen sein.
Ihr werdet zusammen sein, wenn die weissen Flügel des Todes eure Tage scheiden.

Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes zusammen sein.
Aber lasst Raum zwischen euch.

Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen. Liebet einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:
Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein. Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.

Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.

Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein,
So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.

Gebt eure Herzen, aber nicht in des andern Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.

Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
Und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.

 
Feuer erkennt sich erst über das Wasser als Feuer. Wasser erkennt sich erst über das Feuer als Wasser. Der Mann erkennt sich erst durch die Frau als Mann und die Frau erkennt sich erst durch den Mann als Frau.

Wenn wir uns um das Links oder das Rechts, um das Gute oder das Böse, um Feuer oder Wasser, Mann oder Frau, um das Ich oder Du, mit dem Bewusstsein kümmern würden, dass die wesentliche Mitte durch beide sich kundtut, dann können wir der Mitte näher kommen und dadurch wesentlicher werden. Dann können wir mit der verbindenden Scheidewand besser umgehen. Dann ist auch Versöhnung möglich. Dann gelingen auch die Beziehungen. 

So lösen sich denn die Beziehungsprobleme nicht, wenn wir nur die zwei Menschen in der Beziehung betrachten. Es braucht ein Drittes dazu, denn die verborgenen Werte hinter äusserlich unvereinbaren Standpunkten sind auf höherer Ebene vereinbar.

Albert Einstein sagt: Man kann ein Problem nicht mit der Denkweise lösen, die es erschaffen hat.

Von der Spitze (die höhere Ebene) des Dreiecks aus gesehen, sind die zwei unteren Ecken (das was sich polar Gegenübersteht wie z.B. Täter und Opfer, Tag und Nacht, Mann und Frau) gleichwertig. Das Wissen darum macht Versöhnung möglich und das Wissen darum macht Beziehungen möglich.

Goethe sagt es mit den Worten: Aus zwei mach drei, dann wirst Du frei.

So lässt auch Bert Hellinger in den Familienaufstellungen Täter und Opfer, Lebende und Tote, Freund und Feind, auf ein Drittes, auf etwas grösseres schauen, z.B. auf ein aufgehendes Licht in der Ferne, oder auf die gemeinsamen Toten. Statt nur auf den Täter und seine Tat zu schauen, schaut er auch auf das Schicksal des Täters und sieht somit auch den Menschen. Erst so wird es möglich, den Teufelskreis zu durchbrechen, in dem jeweils die Nachkommen für das Erlittene der Vorfahren Rache üben und so die Opfer wieder zu Täter werden, wieder und immer wieder wechselnd.
 
Ernst Vill: An der Tür zum Reich der Liebe müssen wir die Schuhe von Gut und Böse ausziehen.
 

Beitrag von Rolf Müller www.i-g-t.com

 

Die Kraft der Elemente in Beziehungen, Teil 3:
Das Element Luft
 

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Das Element Luft verbindet. Es verbindet alle Elemente miteinander. Wir erleben das Element Luft vor allem beim Atmen. Der Atem verbindet unser Inneres mit dem was im Aussen ist. Und die Luft verbindet uns mit allem, was die gleiche Luft atmet. Vor allem mit allen Menschen. Dies zeigt uns auch, dass nicht nur jeder sein eigenes Schicksal, sonder die Menschheit auch ein gemeinsames Schicksal hat, welches von anderswo gesteuert wird.
Das Ein- und Ausatmen führt zu einem ständigen Austausch, das Geben und Nehmen, was das Leben erst möglich macht. In unserem Körper erfahren wir diesen Austausch auch im auf- und abbauenden Stoffwechsel, im arteriellen- und venösen Blutkreislauf, in der Nahrungsaufnahme und Ausscheidung und vielem mehr.

Verbindung braucht und lebt vom Austausch. Leben braucht Verbindung und Austausch.

Johann Wolfgang von Goethe


Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:
Die Luft einziehen, sich ihrer entladen;
Jenes bedrängt, dieses erfrischt, So wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich presst,
Und dank’ ihm, wenn er dich wieder entlässt.
 
Und so lang’ du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde.
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.


 
Wie ist das mit der Verbindung in der Paarbeziehung? Auch diese lebt vom Austausch von Geben und Nehmen. Doch so wie die Luft verschmutzt ist und das Leben immer schwieriger macht, ist auch der Austausch in den Beziehungen verschmutzt und macht das Leben der Beziehung immer schwieriger.

Voraussetzung für den Austausch in der Beziehung ist, dass beide anerkennen, dass sie den andern brauchen, weil der andere das hat, was ihm fehlt und weil jeder dem andern das geben kann, was ihm fehlt. Beide müssen anerkennen, dass sie verschieden sind und offen sein für das, was der andere geben kann.  Und wenn auch beide bereit sind dem andern das zu geben was er braucht und auch bereit sind zu nehmen, was sie bekommen, dann kann ein Austausch stattfinden. Nur durch den ständigen Austausch von Geben und Nehmen mit Liebe, gelingt die Paarbeziehung.

Sie gelingt nicht, wenn der Mann auf die Frau schaut als sei er besser als die Frau. Und sie gelingt nicht, wenn die Frau auf den Mann schaut, als sei sie besser.

Und sie gelingt nicht, wenn der Mann auf die Familie der Frau schaut und meint, seine Familie sei besser. Und sie gelingt nicht, wenn die Frau auf die Familie des Mannes schaut und meint, die ihre sei besser. So kann kein Austausch stattfinden und somit auch kein Wachstum. Wo kein Wachstum mehr ist, folgt Routine und diese tötet die Liebe.
 
Bei Bert Hellinger lese ich dazu ein Beispiel:
»Ein Mann schenkt seiner Frau etwas, weil er sie liebt. Sobald er ihr das Geschenk überreicht hat, ist er in einer überlegenen Position. Er ist der Geber, die Frau nimmt. Aber sie spürt jetzt, weil sie genommen hat, dem Mann gegenüber eine Verpflichtung. Sie versucht, auszugleichen, indem auch sie ihm etwas gibt, und weil sie ihren Mann liebt, gibt sie ihm zur Vorsicht etwas mehr, als er ihr geschenkt hat. Jetzt kommt der Mann unter den Druck der Verpflichtung. Er versucht, auszugleichen, und weil er seine Frau liebt, gibt auch er ihr etwas mehr. So kommt durch das Bedürfnis nach Ausgleich, verbunden mit der Liebe, ein sich steigernder Austausch zustande, ein grosser Umsatz von Geben und Nehmen. Das bindet das Paar noch inniger aneinander, und so wächst in dem Paar das Glück. Dieser Ausgleich im Guten ist ein Eckpfeiler einer guten Paarbeziehung«.

Es geht hier aber nicht um den Austausch im Äusseren, Materiellen, sonder wie beim Element Luft, dem Atem, um das, was sich in der Beziehung des Paares im Inneren abspielt. Im Aussen sind es oft kleine Aufmerksamkeiten, welche dazu beitragen, die Liebe am Leben zu erhalten.

Je grösser der Austausch, desto grösser der Gewinn. Je grösser der Gewinn, desto mehr kann ich in die Beziehung investieren.

Wenn einer über lange Zeit nicht im gleichen Mass zurückgibt, oder nicht im gleichen Mass nimmt, entsteht ein Ungleichgewicht, welches dazu führt, dass er geht, weil er seine eigenen damit verbundenen Schulden - unbewusst - nicht aushält. Wer nicht nehmen kann, kann auch nicht geben. Wenn ich nur noch ausatme, ist das weiterleben genauso unmöglich, wie wenn ich nur noch einatme.

Geben ist in der Regel leichter als nehmen, weil man sich beim Geben überlegen und grösser fühlen kann. In diesem Sinne stimmt auch die Aussage in der Bibel: „Geben ist seliger als nehmen“. Wer nur gibt und nicht auch nimmt, fühlt sich oft besser als der Andere und möchte in dieser überlegenen Position bleiben.

Bei Bert Hellinger lese ich:
„Das Geben fängt mit dem rechten Nehmen an. In erwachsenen Beziehungen kommt es darauf an, dass beide gleichermassen voneinander nehmen können. Das ist der wichtigste Ausgleich. Nicht dass sie gleichermassen geben, sondern dass sie gleichermassen nehmen. Das gegenseitige nehmen ist das Schwerere und verbindet am tiefsten, denn sie sind beide in einer bedürftigen Position. Das verbindet.“

Die Steigerung des Austausches geht so lange, bis das Paar ein Mass findet, welches ihm entspricht.

Es gibt aber noch einen weiteren, wichtigen Bereich beim Geben und Nehmen - den Ausgleich im Schlimmen: so wie der Wind mal sanft und ruhig ist, so kann er auch mal stürmisch und zerstörend sein. Das erleben wir auch im Austausch in den Beziehungen. Oft braucht es danach wieder Aufbauarbeit um die entstandenen Schäden wieder zu beheben.

Ich zitiere nochmals Hellinger:
»Nun gibt es in vielen Ehen aber auch Situationen, wo der eine dem anderen etwas antut, was diesen verletzt. Auch hier hat der Partner, dem etwas angetan wurde, das Bedürfnis, auszugleichen. Er hat ein Bedürfnis nach Rache. Also tut dieser Partner dem andern etwas Böses an, aber oft, weil er sich im Recht fühlt, tut er ihm etwas mehr des Bösen an. Dadurch hat der andere auch wieder ein Recht, dem Partner etwas Böses anzutun, und auch er tut dem andern aus dem Gefühl des Rechts heraus etwas mehr des Schlimmen an, und so steigert sich das Böse. Es entsteht ein intensiver Austausch, jedoch im Schlimmen. Auch dieser Austausch bindet ein Paar aneinander, aber zu seinem Unglück.

Es gibt jedoch eine einfache Regel, wie man aus diesem Teufelskreis aussteigen kann: Genauso, wie man beim guten Austausch aus Liebe dem Partner etwas mehr des Guten gibt, so tut man beim schlechten Ausgleich aus Liebe dem Partner etwas weniger des Bösen an! Dadurch kann der Austausch im Guten wieder beginnen. Das ist eine einfache, jedoch sehr nützliche Regel.«

Und nochmals Hellinger:
»Erst wenn sie beide, der Schuldige und sein Opfer, gleichermassen böse waren und gleichviel gelitten und verloren haben, sind sie sich wieder ebenbürtig. Dann ist zwischen ihnen wieder Frieden und Versöhnung möglich.

Ein Beispiel:
Ein Mann erzählte einem Freund, seit zwanzig Jahren trage seine Frau ihm nach, dass er nur wenige Tage nach der Hochzeit mit seinen Eltern sechs Wochen in Urlaub gefahren war und sie alleine zurückgelassen hatte. Alles gute Zureden und Sich-Entschuldigen und Um-Verzeihung-Bitten habe nichts gebracht. Der Freund erwiderte: Am besten sagst du ihr, sie darf sich etwas wünschen oder etwas für sich tun, das dich nicht weniger kostet, als was es sie damals gekostet hat. Der Mann begriff sofort und strahlte. Jetzt hatte er den Schlüssel, der auch schloss«.
 
Die meisten von uns, sind durch den christlichen Hintergrund so geprägt, dass ein Verzeihen für ein Vergehen des anderen, ein Zeichen der Liebe sei, und an erster Stelle zu stehen habe. Sicher gibt es auch Situationen wo dies zutrifft und ganz ehrlich gemeint ist. Wenn ich aber in der Kirche eine Sünde beichte, so verlangt sie von mir einen Ausgleich, sie schreibt mir vor, welche und wie viele Gebete ich dafür zu beten habe.

Es ist die eigene Würde, die bei Verletzungen nach einem Ausgleich verlangt, damit er mit dem Verletzenden wieder auf eine gleiche partnerschaftliche Ebene kommt.

Wenn ich aber dem Schuldigen seine Schuld grosszügig erlasse, besteht die Gefahr, dass ich mich moralisch über ihn stelle, damit mache ich mich grösser als der Sünder. Ich erreiche damit, dass er nun für immer in meiner Schuld steht. Ich nehme ihm damit die Möglichkeit auszugleichen. So aber kann die Beziehung nicht mehr wachsen, sich nicht mehr weiter entwickeln.

Es empfiehlt sich sehr, die Sache ernst zu nehmen und über einen möglichen Ausgleich miteinander zu reden, und diesen auch ganz klar zu vereinbaren. So könnten sich auch sehr kreative Lösungen des Ausgleiches zeigen. Und eines sollte noch vereinbart sein: ist der Ausgleich vollzogen, darf nicht mehr darauf zurückgekommen werden. Die Verletzung darf nicht mehr als Vorwurf, Erinnerung oder Ermahnung gebraucht werden.

Doch nicht immer ist ein Austausch möglich.

Bert Hellinger sagt dazu:
»Eine letzte Möglichkeit des Ausgleichs von Nehmen und Geben, ist das Danken... Im Danken drücke ich mich nicht vor dem Geben, und doch ist es manchmal die dem Nehmen einzig angemessene Antwort, zum Beispiel für einen Behinderten, für einen Kranken, für einen Sterbenden, für ein kleines Kind und manchmal auch für einen Liebenden. Hier kommt neben dem Bedürfnis nach Ausgleich auch jene elementare Liebe mit ins Spiel, welche die Mitglieder eines sozialen Systems anzieht und zusammenhält. Diese Liebe begleitet das Nehmen und Geben, und sie geht im voraus. Wer dankt, der anerkennt.«
 
Für das Leben, das meine Eltern mir geschenkt haben, gibt es einen Ausgleich, wenn ich sie Ehre und Achte, Dankbar bin und aus dem geschenkten Leben das Beste daraus mache. Und - wenn es mir vergönnt ist - das Leben weitergebe.

Johann Wolfgang von Goethe sagt:

Schicksal des Menschen,
wie gleichst Du dem Wind!

Die Luft fordert uns auf:
Auf einen Austausch von Geben und Nehmen in Liebe einzugehen, sonst ist Verbindung auf Dauer nicht möglich.

Wenn ich nicht nehmen kann, habe ich weniger zu geben.

Wer seine Bedürfnisse stillt, kann auch auf die Bedürfnisse anderer eingehen.

Danken ist manchmal die letzte Möglichkeit des Ausgleichs von Geben und Nehmen.

Jeder ist bereit und bemüht, das eigene Schicksal anzuschauen und es anzunehmen.
 
 

Beitrag von Rolf Müller www.i-g-t.com
 

 

Unterbrochene Hinbewegung

Eine Methode nach Ansätzen von Bert Hellinger, Irina Prekop, weiterentwickelt durch Ingeborg Oelmann, Elisabeth Martin, Gert und Sabine Hinterthan.

Es gibt vielfältige Gründe die, die tiefe innige und natürliche Bewegung des Kindes zu Mutter und Vater unterbrechen können. Wird die Symbiose Mutter und Kind im ersten Lebensjahr gestört, durch eine frühe Trennung oder später im Kleinkindalter z.B. einen Krankenhausaufenthalt, das Kind für kurz oder lang zur Betreuung anderen Bezugspersonen überlassen werden muss (Grosseltern, Tanten, Krippe, Tagesstätten etc.), nennen wir das eine unterbrochene Hinbewegung. Unterbrochen wird die Hinbewegung auch, wenn das Kind Abweisung, Verletzung, fehlende Fürsorge, Zärtlichkeit oder Gewalt durch die Eltern erlebte.

So wird das Kind geschockt, das Urvertrauen in Mutter und/oder Vater verlieren und zukünftig Angst haben der natürlichen Hinwendung zu folgen. Bis ins Erwachsenenalter. Bei Kaiserschnitt-Geburten liegt eine unterbrochene Hinbewegung in’s Leben wie zur Mutter vor, die kalte Geburt, kein Geburtsvorgang (Trennung und Betreuung durch Andere bis zur Erholung der Mutter).

In der Tiefe sehnt sich das Kind, der jugendliche, der erwachsene Mensch auch weiterhin nach Mutter und Vater, nach ihrer Anerkennung und Liebe. Diese Sehnsucht wird umgewandelt in Angst, Trauer, Schmerz, Wut und Frustration. Oft sind diese Gefühle für das Scheitern von Beziehungen und Partnerschaft verantwortlich. Die zu beobachtenden Symptome sind oft Asthma, Allergien, Zwänge, Neurosen und vieles Andere mehr. Bei Kaiserschnitt-Kindern z.B. Depressionen und Borderline Syndrom.

Dieser 3- tägige Prozess in körperlich–seelischem Erleben, führt zu neuen gewandelten Erfahrungen prägender Urmuster – in die heilende Hinbewegung zu Mutter und Vater und somit zu uns selbst.

Das Ja zum Leben, die Fülle unserer Erdexistenz, empfangen wir in der Annahme, Hinnahme und Anerkennung, der Vereinigung von Vater und Mutter, ihrer Liebe und des geschenkten Lebens durch sie. In der gewandelten Erfahrung werden Grundsteine für einen leichteren Lebensweg gelegt.

Beitrag von Heinz Schmid www.zensys.ch